Paläogeographie der Rotliegend-Zeit

Das Rotliegend ist der Zeitabschnitt vor 300 - 257 Millionen Jahren, in dem das variskische Gebirge abgetragen wird. Die Landschaft ist in viele südwest-nordost-gestreckte Schwellen und Senken gegliedert. Die Südwest-Nordost-Richtung entspricht der Ausrichtung der variskischen Falten, die den Untergrund der Rotliegend-Landschaft bilden. Die Schwellen und Senken laufen quer über den späteren Oberrheingraben hinweg. Bedeutendste Senke ist das Nancy-Pirmasens-Becken (auch Saar-Nahe-Becken genannt), in dem zur Rotliegend-Zeit über 3.000 Meter mächtige Gesteine abgelagert wurden.

Die Senken nehmen den oft grobkörnigen Gesteinsschutt der umgebenden Bergländer auf. Typische Gesteine sind Konglomerate, Sandsteine und Tonsteine. Das Meer war weit entfernt. Bei der Ablagerung unter Luftsauerstoff-Einfluss wird der Eisenanteil der Gesteine zu rotem Hämatit oxidiert. Die Rotliegend-Gesteine sind deshalb meistens rot gefärbt. Es gab viele Vulkane. Ihre Laven und Tuffe füllten ebenfalls die Senken.

Paul (2012) schildert die klimatische Situation: Im Laufe der Rotliegend-Zeit wanderte das jetzige Mitteleuropa als Teil des Großkontinents Pangäa aus dem Bereich des Äquators mit tropischem Klima nach 20° nördlicher Breite in den nördlichen Wüstengürtel, dort wo sich heute auch die Sahara befindet. Zu Beginn der Rotliegend-Zeit wechselten sich feuchte und halb-trockene Klimaphasen zyklisch ab. Im Laufe der Rotliegend-Zeit wurde das Klima jedoch zunehmend trockener und gipfelte in einem Wüstenklima bei dem dann jahrelang kein Regen mehr fällt. In Norddeutschland bildete sich ein riesiger Salzsee.

 

Paläogeographie des Rotliegenden

Abb. 1: Ausschnitt aus der paläogeographischen Karte der Rotliegend-Zeit nach Boigk & Schöneich (1974).

Vollständige paläogeographische Karte der Rotliegend-Zeit (234 KB)

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Der Oberrheingraben
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